Praktikumsberichte

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ARGENTINIEN

Córdoba

Ich bin Tine und studiere Sozialpädagogik. Deshalb sollte ich für meine berufliche Zukunft nicht nur mein fachliches Know-How ausweiten, sondern vor allem auch die Soft-Skills entwickeln. Dass man dies besonders gut bei einem Auslandsaufenthalt machen kann, davon war ich überzeugt. Deshalb hatte ich mich entschieden, mein verpflichtendes Praktikum in Argentinien zu machen. Und der Realitätstest bestätigte meine These. Daher kann ich eigentlich jedem empfehlen ein Auslandspraktikum zu machen, zumal der Blick über den Tellerrand nicht nur für die Karriere, sondern auch persönlich eine große Bereicherung ist.
Mein Praktikum habe ich in einem Stadtteilzentrum gemacht, das sich in einem Stadtteil Córdobas befindet, in dem vor allem sozial schwache und in der Regel bildungsferne Schichten wohnen. Ich war dort sowohl in die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen als auch mit Frauen involviert. Es gab Bildungs- und Freizeitangebote mit spielerischen, sportlichen und kulturellen Aktivitäten. Die Arbeit mit den Kindern hat mir sehr viel Spaß bereitet, aber am spannendsten fand ich die Beratungsangebote, die sich an werdende bzw. junge Mütter wendeten. Der Einblick in die argentinische Gesellschaft war hier am größten. Dass ich bei meinem Auslandspraktikum
so viele unterschiedliche Aufgaben wahrnehmen konnte, habe ich vor allem einem guten Tipp von Ahí zu verdanken, nämlich anstatt während des Praktikums einen Sprachkurs zu besuchen, dies bereits vor dem Praktikum zu machen. Zwar hätte ich das Praktikum auch mit meinen bereits vorhandenen Grundkenntnissen bekommen, doch wäre es mir dann vermutlich ähnlich wie der anderen Auslandspraktikantin aus Deutschland ergangen, die von einer anderen Praktikumsagentur vermittelt worden war. Wegen ihrer nicht besonders guten Sprachkenntnisse konnte sie nicht so viele Arbeiten übernehmen und war deshalb etwas frustriert.
Wenn man ein Auslandspraktikum in Argentinien machen möchte, kann ich Córdoba auf alle Fälle weiterempfehlen. Denn – das war mir persönlich sehr wichtig – man kann sich in Córdoba sicher fühlen und durch die Universität gibt es sehr viele junge Leute in der Stadt und das Freizeit- und Kulturangebot insbesondere das Nachtleben sind sehr vielfältig. Langeweile muss man in Córdoba nicht haben. Natürlich sollte man bei einem Auslandspraktikum das Reisen nicht vergessen. Wohin man genau fahren sollte, ist schwierig zu sagen, da es viele tolle Reiseziele gibt und Argentinien nicht gerade klein ist. Am besten, man bringt also genügend Zeit mit, um nach dem Auslandspraktikum noch genügend Zeit zu haben, Argentinien zu bereisen.

CHILE

Concepción

Mein Name ist Johannes. Eigentlich studiere ich Medizin, habe aber ein Praktikum im Bereich Sport an einer Schule in Concepción gemacht. Der Grund hierfür war zum einen, dass ich mich für ein anschließendes Auslandssemester in Chile sprachlich fit machen wollte, und zum anderen, dass ich wissen wollte, wie in Chile der Alltag funktioniert, um dann das Auslandssemester auch wirklich nutzen zu können. Das war eine gute Entscheidung, da ich weniger Stress und Schwierigkeiten hatte als andere Kommilitonen, die erst mehr oder weniger zu Semesterbeginn nach Chile kamen. 
Das Auslandspraktikum habe ich in einer Schule gemacht: Die Aufgaben waren abwechslungsreich und neben verschiedenen Sport-AGs, konnte ich auch an anderen schulischen Aktivitäten teilnehmen und habe so einen guten Überblick über das chilenische Schulwesen gewonnen. Für das Gelingen des Praktikums war entscheidend, die Sachen richtig anzugehen. Geduld, Interesse zeigen, Hilfe anbieten, Fragen stellen – das sind wichtige Dinge, um mit den Leuten in Kontakt zu kommen und ihre Sympathie zu gewinnen. Allerdings muss man es gerade am Anfang aushalten, auch einmal etwas nicht zu verstehen. Und ganz wichtig ist, zu akzeptieren, dass Dinge in anderen Ländern anders laufen. Wenn man etwas befremdlich findet bzw. nicht gut, sollte man die Kritik wohl eher für sich behalten.
Sonst kommt man zu schnell als arroganter Europäer rüber und die Chilenen halten sich dann höflich auf Distanz. Da mir Holger und Laura viele Tipps gegeben haben (vielen Dank nochmals), war ich gut vorbereitet, was man bei einem Praktikum in Chile beachten sollte und wo die Fettnäpfchen sind. So ist es mir gelungen, zu einigen Lehrern ein gutes Verhältnis aufzubauen, sodass ich auch hier und dort zu einem „asado“ (einer Grillparty) oder einer anderen Feier eingeladen wurde.

Als ich mich entschieden hatte, ein Auslandspraktikum über Ahí zu machen, wollte ich zunächst Geld sparen und hatte das Praktikum ohne Betreuungsservice gebucht. Doch kurz bevor es dann nach Chile ging, dachte ich mir, dass es vielleicht doch nicht so schlecht wäre. Und ich muss sagen, dass es eine gute Investition war.

Zum einen ist man doch sehr froh, wenn man weiß, dass man nach so vielen Stunden im Flugzeug nicht noch sein „neues Zuhause“ suchen muss, dann hat sich Laura ausführlich Zeit genommen, um mir die Stadt zu zeigen und viele Dinge zu erklären. Das war auf alle Fälle sehr hilfreich. Besonders gut hat mir auch gefallen, dass sie mich zweimal mitgenommen hat, um mir Dinge in der Umgebung von Concepcíon zu zeigen. Die zwei Monate Auslandspraktikum vergingen wie im Flug. Ich fühlte mich an der Schule sehr wohl, habe viele sympathische und spannende Leute kennen gelernt. Die Geduld der Kollegen, mir Dinge auch zweimal oder dreimal zu erklären, hat mir sehr geholfen, mein Spanisch schnell zu verbessern, sodass ich dann gut vorbereitet ins Studium in Chile starten konnte. Muchas gracias por todo!

Talca

Soy Helen, vivo en Berlin y tengo 30 años. Den letzten Winter habe ich nicht frieren müssen, denn da war ich in Chile. Que suerte! Zwei Monate habe ich ein Praktikum in einem Deutsch-Intensivkurs gemacht und einen Monat war ich dann noch am Reisen. Schon lange hatte ich den Traum, Chile, dieses schmale Land, das so spektakuläre und unterschiedliche Landschaften zu bieten hat, kennenzulernen. Aber während meines Studiums hatte ich nie das nötige „Kleingeld“, denn so ein Flug nach Lateinamerika ist ja nicht gerade billig. Also habe ich bis nach meinem Studium gewartet, ein Jahr lang gearbeitet und immer schön brav Geld beiseitegelegt. Und: es hat sich gelohnt! Ich glaube, ich habe in so kurzer Zeit noch nie so viel erlebt.
Zwar hatte ich am Anfang Zweifel, ob ich das Angebot, in Talca ein Praktikum zu machen, annehmen sollte, denn chilenische Freunde hatten mir gesagt, Talca sei hässlich und langweilig. Aber da das Praktikum selbst so attraktiv klang, habe ich zugesagt und ich habe es nicht bereut und meine chilenischen Freunde muss ich eines Besseren belehren. Aber tatsächlich, am Anfang war ich schon geschockt, über die vielen Ruinen, die das schlimme Erdbeben im Februar 2010 hinterlassen hat. Leider ist der Großteil der alten Gebäude im Kolonialstil zerstört, aber dennoch gibt es ein paar sehr schöne Orte in Talca. Sicher, Talca ist nicht Santiago, aber dass nichts los ist, ist total übertrieben. Es gibt ein kulturelles Angebot und ebenso ein paar Bars, wo ich auch hingehen würde, wären sie in Berlin. Eine meiner Lieblingsbeschäftigungen in Talca war, an den Fluss zu spazieren, um dort einen „mote con huesillo“ zu trinken – der nirgendwo besser schmeckt! –
und um mich dort unters „Volk“ zu mischen und Chile pur zu genießen. Ein weiterer Punkt, der für Talca spricht, ist, dass sich um Talca zahlreiche attraktive Ausflugsziele befinden, wie zum Beispiel das Naturschutzgebiet Parque Vilches, in dem man herrliche Wanderungen und auch Reittouren machen kann. Da die Region Maule, deren Hauptstadt Talca ist, touristisch noch nicht so sehr erschlossen ist, findet man in vielen Reiseführern die Attraktionen gar nicht. Das hat klar den Vorteil, dass sich die Touris hier nicht gegenseitig im Weg stehen, man die Natur in Ruhe genießen kann, die Preise niedriger sind und man hier noch viel Ursprüngliches findet – was manche eben als rückständig und langweilig bezeichnen. Mein Praktikum war nicht nur hinsichtlich der Arbeit intensiv: denn bei über 30 Grad habe ich zwischen sechs und acht Stunden täglich unterrichtet – Sprachunterricht, interkulturelles Training und Projektunterricht.
Dann musste der Unterricht noch vorbereitet werden und wöchentlich Tests korrigiert werden. Doch auch wenn das Arbeitsprogramm straff war, ich hatte immer gute Laune, denn die Atmosphäre im deutsch-chilenischen Team war super und die chilenischen Studenten waren fantastisch: aufgeschlossen, humorvoll und kreativ. So unterrichtet man gerne. Außerdem habe ich unwahrscheinlich viel gelernt, davon werde ich in Zukunft auf jeden Fall profitieren. Nach dem Kurs habe ich dann aber Urlaub gebraucht und bin Stück für Stück in den Norden gereist. Ich habe mir Santiago, Valparaiso, La Serena, Iquique, den Pan de Azucar, die Atacama und den Salar den Uyuni in Bolivien angeschaut. Ich habe über tausend Fotos gemacht und obwohl ich aus dem Staunen fast nicht mehr herausgekommen bin, musste ich immer wieder an meine Zeit in Talca zurückdenken. Talca und die Talquinos haben es geschafft, mich für sich zu gewinnen. ¡Viva Talca!

Valdivia

Ich bin Maren und habe ein halbes Jahr in Valdivia im Süden Chiles verbracht. Dort habe ich für mein Studium der Erneuerbaren Energien ein Praktikum bei einer NGO gemacht. Damals war ich im sechsten Semester, konnte kaum ein Wort Spanisch und wusste bis dato auch nicht, wo Valdivia überhaupt liegt. Trotz allem war ich hochmotiviert, ein Auslandsabenteuer zu wagen und mich in eine fremde Kultur zu stürzen. 
Nach einem etwas komplizierten Anfangsmonat, in dem ich kaum etwas verstehen, geschweige denn sagen konnte, entwickelte sich mein Leben in Chile zu einer der schönsten Erfahrungen, die ich je gemacht habe. Das lag zum einen an der Arbeit in der NGO und dem Team, mit dem ich gearbeitet habe. Ich hatte vielfältigste Aufgaben zu bewältigen, vom Windkraftanlagenbau zum Windräderbasteln mit Schulkindern.
Weiterhin haben wir Umweltbildungsevents organisiert und durchgeführt, gezeigt wie man Solarthermiekollektoren selber bauen kann und Erdbebenhilfe für Schulen in einer betroffenen Region geleistet. Neben dem spannenden Praktikum hat mich aber auch die chilenische Bevölkerung und Kultur verzaubert. Die Chilenen sind sehr umgängliche Menschen und Fremden gegenüber sehr offen. Es war leicht, amigos zu finden. Besonders gefallen hat mir,
dass sie so gastfreundlich und unkompliziert sind. Kannte man einen Chilenen, war es kein Problem, bei seiner Familie in einer anderen Region Chiles für ein paar Tage unterzukommen (was sehr positiv für mein knappes Reisebudget war). So kam es, dass ich nach einem halben Jahr mit einem Koffer voll schöner Erinnerungen und verblüffend guten Spanischkenntnissen wieder nach Hause gefahren bin.

MEXIKO

Guadalajara

Ich heiße Theresa und habe in Guadalajara für zwei Monate ein Praktikum bei einer staatlichen Organisation, die sich mit der Entwicklung indigener Völker in ganz Mexiko auseinandersetzt, durchgeführt. Das Praktikum hat mir persönlich sehr viel Input für meine weiteren Zukunftspläne gegeben.
Das Besondere für mich beim Praktikum war, dass ich mein theoretisches Wissen aus der Universität über die indigene Bevölkerung in der Realität umgesetzt wahrnehmen und praktisch anwenden konnte. Meine Aufgaben lagen vor allem im Bereich Kulturmarketing, d.h. dem Organisieren von Konzerten, Ausstellungen und Handwerkermärkten zusammen mit den Indiginas. Dadurch konnte ich meine Kenntnisse über Mexiko vertiefen und die Funktionsweise
sowie die Probleme einer nationalen Hilfsorganisation erleben. Guadalajara ist für mich einer der sichersten, aber auch reizvollsten Städte Mexikos. Besonders beeindruckend sind die kulturellen Angebote, seien es Konzerte, Ausstellungen oder Konferenzen, an denen man sehr häufig kostenlos teilnehmen kann (in Deutschland muss man für solche Veranstaltungen ziemlich viel Geld hinlegen!!!). Die kulturelle Vielfalt, aber auch die starke Präsenz vieler Studenten erleichtert es ungemein, schnell Kontakte
zu knüpfen, zumal die Mexikaner sehr aufgeschlossene Menschen sind. In Guadalajara sind auch viele Ausländer, überwiegend Europäer anzutreffen. Dies ist von großem Vorteil, wenn man sich zu Beginn etwas schwer tut, sich in die mexikanische Kultur einzuleben. Aber wie gesagt, mit der Zeit und wenn man die unzähligen Angebote dieser Stadt nutzt, kann man sich sehr gut und sehr schnell mit der Kultur dort identifizieren und es besteht sogar die Gefahr, nicht wieder aus Mexiko wegzuwollen…
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