Valdivia

Valdivia - Ciudad de los Ríos

„Valdivia, la ciudad más linda de Chile“ (Valdivia, die schönste Stadt Chiles)
– sagt man zu recht über die im Süden des Landes an den Flüssen Río Cau Cau und Río Cruces gelegene Stadt. Insbesondere die schöne Umgebung – immergrüner Regenwald, Flusslandschaften, Klippen und Strände der Pazifikküste – aber auch der Stadtkern mit seinem bunten Fischmarkt, den dazugehörigen „lobos marinos“ (Seelöwen) und Spazierwegen am Fluss machen Valdivia, Hauptstadt der Región de los Ríos, zu einem vielbesuchten Reiseziel.
Valdivia liegt in der feucht-gemäβigten Klimazone und ist insbesondere in den Wintermonaten (Juni-August) sehr regenreich, jährlich fallen fast 2000mm Niederschlag. Die Temperaturen schwanken zwischen 7°C im Juli und 16°C im Januar und es weht fast immer ein frischer Wind in Valdivia – vor allem nachts kühlt es schnell ab. Regenjacke und Wollpullover sind also obligatorisch!

Die Stadt wurde im Sommer 1552 vom spanischen Eroberer Pedro de Valdivia gegründet und nach ihm benannt. Aufgrund der günstigen Hafenlage war Valdivia begehrt und lange umkämpft. 1559 versuchten die Mapuche-Indianer gewaltsam ihre von den spanischen Einwanderern besetzten Gebiete, inklusive der Gegend um Valdivia, zurückzuerlangen. Im 17. Jahrhundert beabsichtigten sowohl holländische Korsaren als auch englische Flotten die Stadt einzunehmen. Aus dieser Zeit stammen die zahlreichen Festungen, die in den nahegelegenen Küstenörtchen Niebla und Corral sowie der kleinen Insel Mancera zu finden sind. Nach zahlreichen Angriffen während des Unabhängigkeitskampfes gegen die Spanier nahm 1820 Lord Cochrane die Stadt ein.

Ein weiteres prägendes Ereignis für Valdivia war die Einwanderungswelle der Deutschen im 19. Jahrhundert. Die zahlreichen, gut ausgebildeten Handwerker verhalfen der Stadt zu neuer Blüte, die erste Brauerei und das erste Stahlwerk Chiles entstanden und Valdivia wurde zu einem wirtschaftlich wichtigen Zentrum.

Im 20. Jahrhundert kam es zu gleich zwei Katastrophen: erst zerstörte 1909 ein schrecklicher Groβbrand die Stadt, dann, im Jahr 1960, wurde Valdivia vom stärksten je gemessenen Erdbeben heimgesucht. Trotz dieser Schicksalsschläge hat sich Valdivia inzwischen mit seinen 130.000 Einwohnern zu einer lebhaften Industrie-, Handels- und Universitätsstadt entwickelt, die auch zunehmend auf den Tourismus setzt.
Außer ein paar älteren Gebäuden im deutschen Kolonialstil hat Valdivia architektonisch, wie die meisten chilenischen Städte, nicht allzu viel zu bieten. Dafür ist Valdivia eine grüne Stadt: zahlreiche Parks, der botanische Garten und das Arboretum im Fundo Teja Norte der Universität laden zum Spazierengehen und Naturerleben ein und auf der Isla Teja werden sogar Reitausflüge angeboten.
Doch auch in anderer Hinsicht ist Valdivia zunehmend „grün“: es gibt zahlreiche Basisorganisationen und NGOs, die sich dem Thema Umwelt widmen, auβerdem eine Kooperative für Bio-Lebensmittel und einen kleinen Stadtgarten, in dem nachhaltige Lebensstile und ökologische Landwirtschaft praktiziert werden.

Valdivia hat eine kleine, aber feine Auswahl an Bars und Studentenkneipen, in denen günstiges Essen und natürlich die zahlreichen „cervezas artesanales“, die hausgemachten Biersorten, angeboten werden. Ein Unikino, drei Museen, gelegentliche Konzerte und Theateraufführungen (insbesondere während des zweiwöchigen Theatermarathons „Lluvia de teatro“ im Winter) und das Kinospektakel „Festival de Cine“, eines der wichtigsten Filmfestivals weltweit, prägen das kulturelle Spektrum der Stadt.

Und für alle Sportbegeisterten: es gibt ein kleines Schwimmbad, die „costanera“, der Fuβgängerweg am Fluss, und Wanderwege in den Parks laden zum Joggen ein. Zwei Rudervereine bieten Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene an und während der Sommermonate werden auch Kajak, Wander- und Fahrradausflüge organisiert. Zudem findest du auch Fitnessstudios, Yogakurse und anderes.
Valdivias Umgebung ist zweifelsohne sehenswert. In zahlreichen Schutzgebieten kann man die üppige Vegetation des „selva Valdiviana“, des valdivianischen Regenwaldes, kennen lernen. Der Parque Oncol, ca. 20 km von Valdivia entfernt, verfügt über Wanderwege, Aussichtspunkte und sogar eine Canopy-Seilbahn. In der Reserva Costera Valdiviana bei Chaihuin und der Reserva Punta Curiñanco beeindrucken in den Pazifik mündende Felsen, langgezogene Sandstrände und Küstenwälder. Das am Meer gelegene Dorf Niebla ist einer der wichtigsten Badeorte der Gegend und wächst aufgrund der Nähe zu Valdivia stetig – auch zahlreiche Studenten leben hier.
Auf Bootsausflügen kann man die Insel- und Flusslandschaft der Gegend kennen lernen: Isla del Rey, Isla Mancera, Isla Huapi und das kleine Dörfchen Punucapa, bekannt für seine Apfelwein-Produktion, sind nur einige der Ziele, die auf dem Wasserweg zu erreichen sind. Auch Vulkane, Seen, Thermalquellen und die Anden sind nicht weit entfernt und in wenigen Autostunden zu erreichen. Es bieten sich also unzählige Ziele für Wochenendausflüge an.
Valdivia ist – den zahlreichen Regentagen zum Trotz – eine lebens- und liebenswerte Stadt, auf den ersten und auf den zweiten Blick!
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